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Stadtgeschichte Hilpoltsteins

Die Stadt Hilpoltstein blickt auf eine über eintausendjährige Geschichte zurück. Als maßgebliche Begründer der „oppidum in Lapide“ (Stadt am Stein) gelten Heinrich von Stein und sein Sohn Hilpolt I. aus dem Geschlecht der Herren von Stein.

Wappen und Flagge

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Das historische Wappen

Das Hilpoltsteiner Wappen reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Es steht in Bezug zu den Herren von Stein, die für den städtischen Ausbau verantwortlich waren.

Das Wappen zeigt ein von Silber und Blau geteiltes Schildhaupt und einen schwarzer Adler in Gold. Diese Fahne zeigt die Farben Schwarz-Gold. Das Wappen ist auferlegt. Eine alte Stadtwappendarstellung befindet sich heute noch an der Nordseite des Rathauses, in Richtung Residenz.

DIE „STADT AM STEIN“

Historisch sind Heinrich von Stein und sein Sohn Hilpolt I. aus dem Geschlecht der Herren von Stein als erste Besitzer der Burg belegt. Ihre machtvolle Stellung beruhte auf dem Status als Reichsministeriale (kaiserliche Spitzenbeamte) der Staufer.

Der im 13. Jahrhunderts lebende Heinrich von Stein bekleidete ein hohes Amt in der Reichsstadt Nürnberg und konnte zu dieser Zeit den Familienbesitz vergrößern. Durch geschickte Erwerbs- und Heiratspolitik gewann die Familie umfangreiche Besitzungen in ganz Bayern. Mitte des 13. Jahrhunderts gehörte sie zu den bedeutendsten Adelsfamilien in der Region. Sie löste die Burg allmählich aus dem Zugriff des Reichs und machte sie zu ihrem Stammsitz.

Die „Steiner“ entwickelten die Stadt zum Handelsort. Auch sicherten sie die Handelswege im Umland, vor allem auf der Reichsstraße von Nürnberg bis nach Kipfenberg, der heutigen A9. Nach dem Untergang des Geschlechts 1385 wird die Stadt „Hiltpoltzstain“ genannt, nach Hilpolt, dem Leitnamen in der Familie von Stein.

Heute bildet Hilpoltstein mit seiner Lage am Rothsee, der guten Infrastruktur und der hervorragenden Lebensqualität ein Herzstück des Fränkischen Seenlands.

 

Luftbild Innenstadt Hilpoltstein

Ein kurzer Blick in die Geschichte

▶︎ 8. - 12. Jahrhundert
  • Im 8. und 9. Jahrhundert wird der Ort erstmals befestigt.
  • Die älteste Steinburg wird im 12. Jahrhundert gebaut. Von ihr sind noch Reste in den Ringmauern der Hauptburg erhalten. Schriftliche Zeugnisse zur Burg gab es erstmals 1142. Die damaligen Bewohner sind nicht bekannt.
▶︎ 13. Jahrhundert
  • Die Burg ist Sitz der Herren von Stein. Die Stadt wird nach Heinrich von Stein „Oppidum in Lapide“ (Stadt am Stein) genannt.
  • um 1250: Die heute noch erkennbare Grundanlage wurde unter Heinrich von Stein gebaut. Die Burg unterstand als sogenannte Reichsburg direkt dem König. Sie nahm eine wichtige Rolle als Station auf den Handelswegen ein, die von Nürnberg nach Innsbruck und Salzburg und von dort auch weiter nach Rom und Venedig führten.

▶︎ 14. Jahrhundert
  • 1385: Nach dem Untergang des Geschlechts 1385 wird die Stadt „Hiltpoltzstain“ genannt, nach Hilpolt, dem Leit­namen in der Familie von Stein. Nun zeigten sowohl die Reichsstadt Nürnberg als auch die Herzöge von Baiern-Landshut Interesse an der Stadt. Zu dieser Zeit grenzte Hilpoltstein an das Gebiet des Burggrafen Friedrich V. von Nürnberg, der seinen Herrschaftsanspruch nach Süden ausbauen wollte.
  • 1388: Das Heer Friedrichs V. belagerte erfolglos die Stadt Hilpoltstein. Nach hartnäckigem Widerstand mussten die Nürnberger unverrichteter Dinge abziehen. Hilpoltstein ging an die Herzöge von Baiern-Landshut. Auf dem Burgberg wurde wieder massiv gebaut. Die äußere Vorburg wurde weitgehend aufgegeben und zum Wirtschaftshof mit Stallungen, Scheunen und Werkstätten ohne Wehrfunktion umfunktioniert.
  • 1392: Der wittelbachische Privilegienbrief mit der ersten urkundlichen Nennung der „Stat zum Stain“ bestätigte die längst bestehenden Stadtrechte. Wie weit diese tatsächlich zurückreichen, wissen wir nicht

▶︎ 15. - 16. Jahrhundert
  • 1473: Der Landshuter Herzog Ludwig der Reiche ließ in der äußeren Vorburg einen großen Kornspeicher errichten. Nach umfangreichen Umbauarbeiten bezog Pfalzgräfin Dorothea Maria von Sulzbach mit ihren drei Töchtern die Hilpoltsteiner Burg als ihren Witwensitz.
  • 1505: Als Auswirkung des Landshuter Erbfolgekrieges wird Hilpoltstein der „Jungen Pfalz“ Neuburg zugeordnet.
  • 1542: Hilpoltstein, Allersberg und Heideck werden vom Pfalzgrafen Ottheinrich für 36 Jahre an die Freie Reichsstadt Nürnberg verpfändet
▶︎ 17. Jahrhundert
  • 1606: Nach dem Tod ihres Gemahls Ottheinrich II. nimmt Pfalzgräfin Dorothea Maria ihren Witwensitz auf der Burg ein.
  • 1619: Pfalzgraf Johann Friedrich, Neffe Dorothea Marias, errichtet für die Nebenlinie der Wittelsbacher „Pfalz-Hilpoltstein“ die Residenz, das sogenannte „Untere Schloss“.
  • 1639: Nach dem Tod von Dorothea Maria wurde die Burg nicht mehr bewohnt. Sie wurde lange Zeit als Steinbruch genutzt und dem Verfall überlassen.
▶︎ 19. - 20. Jahrhundert
  • 1803: Hilpoltstein wird Sitz eines Landgerichts.
  • 1880: Hilpoltstein wird Sitz des gleichnamigen Bezirksamtes.
  • 1903: Der Landkreis Hilpoltstein entsteht.
  • 1972: Mit der Gemeindegebietsreform wird die Stadt eine Großgemeinde und zählt nun zum Landkreis Roth. 47 Dörfer und Weiler wurden eingemeindet.
  • 1993: Hilpoltstein wird zur „Burgstadt am Rothsee“.

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