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Ausstellung Historische Marionetten aus Bayern und Böhmen

vom 16. Juli bis 29. Oktober 2022 im Museum Schwarzes Roß

Datum: Samstag 16.07.22 - Samstag 29.10.22

Zeit: täglich außer montags von 13:00 bis 17:00 Uhr, Gruppenbesuche und Führungen wunschgemäß nach Vereinbarung

Auch für Kinder bis 12 Jahre geeignet

Marionetten aus der Sammlung Naefe

Im Museum Schwarzes Roß ist noch bis 29. Oktober 2022 die außergewöhnliche Ausstellung "Marionetten und Bühnen aus Böhmen und Bayern aus 2 Jahrhunderten" zu sehen. Die besonderen Gliederpuppen aus der Sammlung Naefe präsentieren sich liebevoll arrangiert in ihren Bühnenbildern und erzählen schon beim bloßen Betrachten lebhaft von ihren Theatergeschichten.

Begleitend zur Ausstellung werden am 3. Oktober 2022 zwei Marionettentheaterstücke in Hilpoltstein aufgeführt: Für Kinder der "Superwurm" (ab 4 Jahren) und für Erwachsene ein "Kleines Konzert mit großen Marionetten". Uhrzeit und Ort werden noch bekannt gegeben.

In den meisten Kulturen spielten über viele Jahrhunderte im Kulturangebot Figurentheater eine große Rolle. In den wirtschaftlich benachteiligten Regionen ergaben sich so für die ärmere, aber häufig kreative Bevölkerungsschicht Chancen, wenigstens meist saisonal ihren Lebensunterhalt aufzubessern oder ihn davon ganz zu bestreiten. Eine besondere Rolle spielten dabei die Marionetten. Ihre Beweglichkeit ermöglichte eine ausdrucksstarke Körpersprache. So entstanden schon während der Barockzeit künstlerisch hochwertige Stücke für die Marionettentheater. Die erfolgreichsten Komödiantengruppen traten damit auch an vielen europäischen Höfen mit der Aufführung klassischer Stücke aus der damaligen Literatur und Opernwelt auf. Commedia dell‘arte, Dr. Faustus und Don Juan bildeten dabei regelrechte Prunkstücke. Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts wandelten sich die Programme zu kindgerechten Aufführungen.

Die meisten Spielgruppen setzten die oft ernsten und tragischen Stücke in eine volkstümliche Spielart um, die sie vorwiegend in Wirtshaussälen aufführten. Dabei persiflierten sie häufig den herrschenden Adel mit seiner Lebensweise und stellten ihn der ärmeren Bevölkerung gegenüber. Einen besonderen Schwerpunkt bildete ab dem 19. Jahrhundert der bayrisch-böhmische Grenzraum. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts sorgte die Marionettenspielkunst für volle Wirtshaussäle und bereicherte viele Jahrmärkte.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts begann die kostensparende industrielle Fertigung der Figuren in kleineren Größen, was den auch weniger begüterten Familien ermöglichte, sie als hochwertiges Spielzeug ihren Kindern zur Verfügung zu stellen. In der Beliebtheit der Figuren standen vor allem Hofnarr, Kasperl, Opa und Oma, Zauberer, Teufel, Tod und viele grimmige Wassergestalten im Vordergrund.

In der Gegenwart hat sich die Zahl der Marionettentheater stark vermindert. Die übriggebliebenen bieten jedoch einen hohen künstlerischen Standard. In Tschechien und Frankreich konnte diese Kunst bis heute bewahrt werden. Es verwundert deshalb nicht, dass in Charleville-Mézières alle zwei Jahre das weltgrößte „Festival Mondial des Théâtres des Marionettes“ stattfindet.

Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt aus der rund 1000 Teile umfassenden Sammlung von Anita und Hartmut Naefe.

Info: 09174 978-507

Eintrittspreise

2,- €
Ermäßigt: 1,- €
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