Entwicklung der Hilpoltsteiner Vorburg
Kurzer Rückblick zur Hilpoltsteiner Vorburg
Neben einer Online-Umfrage fand am 25. November 2025 die erste "Burgwerkstatt" zur Bürgerbeteiligung statt.
Rund 100 Personen nahmen an der Veranstaltung teil. Nach der Vorstellung bisheriger Machbarkeitsstudien, Studierendenprojekte und einer Kurzvorstellung
der Ideen aus der Bevölkerung, wurden gemeinsam Bedarfe und Herausforderungen, Chance und Finanzierungsmöglichkeiten in einem Wandelgang besprochen.
Im Dezember und Januar werden alle Rückmeldungen ausgewertet und dem Stadtrat sowie Online öffentlich präsentiert.

- Das Thema der Nutzungsmöglichkeiten der Vorburg werden im Rahmen der digitalen Mitmachkarte rege von der Bevölkerung diskutiert. Die verschiedenen Vorschläge werden in das Stadtleitbild einbezogen.
- In Kooperatione mit der TH Nürnberg erstellen Masterstudierende der Architektur Konzepte zu Umbau und Nutzung der Vorburg.
- Der Stadtrat beschließt im Rahmen der Haushaltsdebatten, dem Großprojekt die nötige Zeit zu geben und die Bevölkerung so weit wie möglich einzubinden.

- Der Stadtrat der Stadt Hilpoltstein beschließt in öffentlicher Sitzung, die Vorburg (ehemals Krankenhaus) nebst Anlagen vom Eigentümer Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Roth-Schwabach e.V. zum Preis von 1,00 EUR zu erwerben.
- Die Machbarkeitsstudie aus 2023 wird an die Konzepte Jugendgästehaus, Kinderbetreuung und öffentliche Nutzung angepasst und aktualisiert.
Die Kostenschätzung liegt bei allen Varianten bei einer Gesamtsummer von mind. 10 Mio. Euro

Erste Machbarkeitsstudie
Nach Auszug des Pflegeheims wird eine erste Machbarkeitsstudie an das Architekturbüro Kühnlein vergeben. Der Auftrag umfasst neben Voruntersuchungen und Nutzungsvarianten auch wesentliche Grundlagenarbeiten:
1. Archivalienforschung
2. Verformungsgerechtes Aufmaß mit Erstellen von digitalen Bestandsplänen
3. Restauratorische Voruntersuchungen und Baualtersplan
4. Statische Voruntersuchung mit Schadensanalyse und Maßnahmenkonzept
Geprüft werden mögliche Nutzungen als Hotel, Jugendherberge oder für Dienstleistungen bzw. Büroräume.
Unterbringung von Asylsuchenden
Bis 2019 werden Asylsuchende in den Räumen der Vorburg untergebracht. Danach steht die Vorburg leer. Mehrere Versuche, das Gebäude zu verkaufen, scheitern.

Nach Schließung des Kreiskrankenhauses erwirbt die Arbeiterwohlfahrt (AWO) 1999 die Vorburg vom Landkreis Roth und gestaltet sie zu einem Pflegeheim um. Als die letzten Seniorinnen und Senioren 2011 ins neue Kompetenzzentrum in der Stadt ziehen, steht die Vorburg erneut leer.
Bild: Luftaufnahme der Altstadt von 2002, in der Mitte Burg und Haus des Gastes; H. Neuweg

1907 entsteht der südliche Erweiterungsbau.
1910 wird die barocke Fassadenfassung bei einer Renovierungsmaßnahme zerstört und rekonstruiert.
1934 erfolgt eine Renovierung der Vorburg.
1954 Beginnt die Planungsphase für eine umfassende Modernisierung und Umbauten zur alleinigen Nutzung durch das Krankenhaus. Die Umsetzung erfolgt in den Jahren 1955-1957.
Bild: Ansicht für den Erweiterungsbau des Rettungshauses, am 31. August 1906 gezeichnet vom Bezirksbaumeister Schindhelm. (StAN LRA Hilpoltstein Abg. 1989ff Nr. 243)

1878 erwirbt die Stadt Hilpoltstein das Langhaus, das zuvor wechselnde private Eigentümer hatte, und richtet ein Krankenhaus ein.
Im Südosten entsteht der erste Anbau als Haus für "verwahrloste Mädchen" unter katholischer Trägerschaft.
1896/97 erfolgen Umbauplanungen für Türen und Fenstern sowie die Neueindeckung des Daches.
Bild: Grundriss der Erdgeschosse für den Neubau der Rettungsanstalt und den Umbau des Langhauses zum Krankenhaus; nicht datierter Bauplan von 1878 mit jüngeren Notizen (StAN LRA Hilpoltstein Abg. 1989ff Nr. 243)

Das Langhaus beherbergt das das Kastenamt und die Wohnung des Kastners. 1714 wird das Dach schwer beschädigt und umfassend repariert.
1765 erfolgt ein größerer Umbau des Langhauses. In diesem Rahmen entsteht der vorgesetzte Gang des Langhauses zum Innenhof hin.
Nach der Privatisierung staatlicher Gebäude 1793 kauft der amtierende Kastner das Langhaus zur privaten Nutzung.
Bild: Grundriss des Erdgeschosses mit der Darstellung des Umbaus von 1765/72, anonymer und nicht datierter Riss. (HStA PLS 7769)

Pfalzgräfin Dorothea Maria nimmt auf der Burg Hilpoltstein ihren Witwensitz und veranlasst mehrere Baumaßnahmen. So entsteht auch am unteren Burghof das Langhaus, der älteste Teil der heutigen Vorburg.
Bild: Kolorierte Darstellung von Burg und Stadt Hilpoltstein von 1604 für die Aufnahme der Pflegämter des Fürstentums Pfalz-Neuburg durch Christoph Vogl und den Zeichner Matthäus Stang. Rot eingefärbt: westlicher Teil der Vor- oder unteren Burg mit Eckturm. Bestand vor dem Umbau 1606. (HStA PLS 3468)

Grundlage: Stadtarchiv Hilpoltstein und Robert Giersch, Dipl.-Sw. (univ.)
Aktueller Stand
Was wird aus dem Gebäude?
Viele Ideen wurden im Rahmen des Stadtleitbildprozesses, von Vereinen und engagierten Gruppen und von Einzelpersonen geäußert, auch in Machbarkeitsstudien wurden bereits verschiedene Nutzungsmöglichkeiten untersucht und im Stadtrat diskutiert. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt und einer Onlineumfrage hat die Stadt Hilpoltstein nun all diese Ideen eingeordnet und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert.
Die Vorburg wird eine Investition. Daher soll ihre Nutzung möglichst Vielen zugute kommen und besonders die Interessen der Bürgerinnen und Bürger Hilpoltsteins berücksichtigen.


